07.03.14

Ich habe schon als Kind gerne mit der Kamera meiner Eltern rumgeknipst. Damals war das ganze noch Analog. Der Film musste zum Entwickeln eingeschickt werden und dann begann das gespannte warten. Sind die Fotos was geworden oder sind sie unbrauchbar? Erst nachdem die Bilder entwickelt und beim Fotolabor abgeholt waren, konnte man das Ergebnis seiner Knipserei anschauen.

Heute, mit der digitalen Fotografie hat sich da einiges geändert. Das Ergebnis kann augenblicklich auf dem Display begutachtet und beurteilt werden. Ist das Bild nichts geworden, hat man die Möglichkeit, nochmals ein besseres Bild zu schiessen. Wo man früher im Urlaub drei Filme mit je 36 Bildern durchgelassen hatte, ist heute der Chip in der Kamera mit mehreren hundert Bildern gefüllt.

Aber nochmals zurück zur „alten“ Zeit. Irgendwann erhielt ich auf Weihnachten meine eigene Spiegelreflexkamera. Auch noch analog mit Film. Damit konnte man nun schon mehr anstellen, als mit den kleinen Knipskästchen, die ich vorher hatte. Ein bisschen wurde damit rumexperimentiert und zum Beispiel mit Doppelbelichtungen gespielt. Aber meistens habe ich die Kamera im Vollautomatik-Modus betrieben. Wieso sollte ich mich um komplizierte Einstellungen kümmern, wenn die Kamera ja auch alles alleine konnte? Und Bildgestaltung war für mich damals auch eher ein Fremdwort. Das Objekt musste einfach in er Mitte des Bildes sein und dann wurde abgedrückt.

Irgendwann kamen dann die digitalen Kameras. Anfänglich hatten sie noch eine Auflösung, dass man kaum erkennen konnte, was das Bild darstellt. Die Entwicklung ging aber relativ schnell und es kamen brauchbarere Kameras auf den Markt. Meine analoge Spiegelreflexkamera ging in den Ruhestand und ich war wieder mit einer Kompaktkamera unterwegs. Fleissig wurde jeder Anlass und jede Feier genutzt um meine Kollegen und Freunde abzulichten. Oft waren sie nicht so begeistert, aber manchmal muss man die Leute einfach zu ihrem Glück zwingen. 😉
Besonders Spass machte mir, dass man die kleinen Kameras problemlos in einer Hand halten und auslösen konnte. Und so wurden meine „Objekte“ aus allen Richtungen fotografiert. Teil Perspektiven waren da nicht unbedingt zum Vorteil.

Irgendwann musste dann wieder eine Spiegelreflexkamera (DSLR) her. Meine Wahl fiel auf die Canon EOS 550D inkl. Kitobjektiv. Nun wurde auch die alte analoge Kamera entsorgt. Aber so eine DSLR ist halt einiges grösser und schwerer als eine Kompaktkamera. So war ich immer noch häufiger mit der Kompakten unterwegs. Und die Spiegelreflex wurde ebenfalls meistens auf Vollautomatik betrieben.

2012 hat es mich dann plötzlich gepackt. Ich habe mich mit Büchern, Zeitschriften und Youtube schlau gemacht und viel über die Kamera und die Fotografie gelernt. Plötzlich merkte ich, dass man mit einer DSLR viel Möglichkeiten hat, als mit einer Kompakten. Das Interesse an der Fotografie wuchs, der Kontostand bewegte sich in die entgegengesetzte Richtung. Mit dem Kitobjektiv war ich bald nicht mehr zufrieden und so kam das eine oder andere Objektiv dazu. Den Vollautomatk-Modus nutze ich nur noch äusserst selten. Auch der Blick für Motive ändert sich mit der Zeit. Man sieht die Welt quasi mit anderen Augen. Freunde, die selbst nicht fotografieren staunen immer mal wieder, wenn mir ein Motiv auffällt, das sie einfach übersehen hätten.

Vor wenigen Monaten habe ich mir nun nochmals eine neue Kamera geleistet. Die Canon EOS 70D ist, wie die 550D, ebenfalls eine Kamera mit APS-C Sensor, ist aber etwas professioneller ausgestattet. Eine Kamera mit Vollformat-Sensor ist mir einfach noch zu teuer. Aber gerade bei Aufnahmen bei schlechten Lichtverhältnissen schiele ich manchmal schon etwas neidisch zu Kollegen mit einer Vollformatkamera. Da deren Kamera einen grösseren Bildsensor hat und die einzelnen Sensorpunkte mehr Platz haben, können sie mehr Licht einfangen. Als Folge sind die Bilder bei höheren ISO-Werten nicht so stark verrauscht wie bei einer APS-C Kamera. Aber auch ohne Vollformat-Sensor macht meine 70D tolle Bilder. Ich bereue den Kauf auf jeden Fall nicht. Und so nutze ich einen grossen Teil meiner Freizeit, um mich mit meiner Kamera auszutoben.